Overblog Alle Blogs Top-Blogs Basteln & Heimwerken
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Hier geht es um alle möglichen Freizeitthemen. Sport, Freunde, Fotographie, Musik, Filme... einfach alles. Aber vorsicht! Manches wird wohl nicht zu sehr zum Einsatz kommen. Maybe only once. ;) Also viel Spaß!

Werbung

Philosophie-Stunde :) -Geschichte

Hallo :)

 

tja, eigentlich hatte ich ja vor, euch noch einen Hittpp der Woche zu präsentieren,

aber wie immer habe ich mich spontan umentschlossen.

Und so gibt es nun einen neuen Beitrag in meiner "Philosophie-Stunde".

Nur hat es heute kaum etwas mit Philosophie zu tun, es

ist nämlich eine Geschichte, die ich nach dem F1-Rennen in Brasilien geschrieben habe.

Sie wird aus der Sicht von Michael Schumacher erzählt.

Den Text habe ich in meinem Ordner, den ich entrümpelt habe, gefunden.

Vielleicht, oder wenn ihr Lust habt, veröffentliche ich ein paar davon, mal sehen :)

Auf jeden Fall hoffe ich, dass euch die Geschichte gefällt.

Viel Spaß!

 

Ich fuhr auf der nassen Srecke dahin.

Vor mir war kaum ein Auto zu sehen, die

Anderen schienen schon meilenweit vor mir zu sein.

Aber das war mir herzlich gleich,

denn bei diesem Mal ging es nicht ums gewinnen,

es ging um den Genuss. Und diesen wollte ich in

allen Zügen auskosten.

In die Kurve, nach links.

Wie von selbst lenkte ich meinen Boliden über die

Piste. All die Jahre flogen an mir vorbei und durch den

Regen fühlte ich mich wie befreit.

Es waren nur noch wenige Runden.

Wie das Rennen wohl ausging?

Soweit ich es mitbekommen hatte, war Alonso weit

Vorne. Im Ferrari.

Ferrari.

Einen Moment schwelge ich in Erinnerungen, reiße mich

Aber gleich darauf wieder zusammen.

Die lange Gerade, ich gebe Gas und schalte

Zwei Gänge hoch.

Automatisch.

Wie von selbst.

Ob ich dieses Gefühl vermissen werde?

Ich schlenkere mein Lenkrad herum und biege in die nächste

Kurve ein.

Das Wasser spritzt nur so und ich weiß auch ohne hinzusehen,

dass hinter mir ein Regensprüher aufwirbelt.

„Michael? Hey, Michael!“.

Ich höre meinen Renningenieur durch den Funk,

sage aber nichts, da er gleich loslegen wird.

Wieder in die Kurve, wieder auf eine Gerade.

Ein leichtes Rauschen im Radio und ich höre meinen

Sprecher atmen.

Was ist nur los?

Das Auto fühlt sich soweit ganz gut an und

Zum Überholen wird mich keiner auffordern, das

weiß ich nur zu gut.

Reifen müssten auch noch in Ordnung sein, der Regen hat mir

Noch nie Probleme gemacht.

Unfall?

Nein, dann hätten sie es mir längst mitgeteilt.

Ich warte also weiter.

Bei der nächsten Kurve schaue ich in den Rückspiegel um den

Aufgewirbelten Regen zu beobachten und sehe schemenhaft einen

Schatten, der schnell auf mich zukommt.

Als das Auto leicht rutscht, richte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf die Strecke,

mein Ingenieur ist fast vergessen.

Jetzt darf ich mich wohl doch nochmal im Verteidigen behaupten, denn der

Fahrer hinter mir schließt verdammt schnell zu mir auf.

Doch je näher er kommt, desto genauer schaue ich hin.

Dunkel.

Aber nicht schwarz.

Der Regen erschwert die Sicht und die ganzen Kurven machen es nicht

Einfacher.

„Michael“.

Erneut kommt mein Name über den Funk,

diesmal hört sie sich etwas anders an.

Eine Emotion schwenkt mit.

Moment.

Sollte es sein, dass…?!

Ich schaue erneut in meinen Spiegel und merke es im selben

Moment, als ich es per Radio mitgeteilt bekomme:

„Sebastian ist hinter dir“.

Sebastian.

Seb.

Schmunzelnd sehe ich meinen Kumpel hinter mir herfahren.

Im Red Bull.

Blau, nicht schwarz.

Für mich ist das hier nur mein letzter Weg, aber für ihn geht es

Hier um den Weltmeistertitel und da sein Gegner vor mir ist,

muss er sicher schleunigst dorthin.

Seb.

Der Kleine aus dem Dorf.

Ich muss lächeln und fahre meine Runde, doch den

Rückspiegel lasse ich nicht mehr aus den Augen.

Gleich kommt die nächste Kurve, ich lenke ein.

Sebastian macht das Selbe und versucht, an mir vorbei

Zu kommen. Geschickt mache ich die Tür zu und fahre wieder etwas

Weg von ihm.

 So ganz leicht kommst du nicht vorbei, du musst schon ein bisschen was

Dafür tun, denke ich mit Schalk.

Natürlich werde ich in überholen lassen, aber den kleinen Spaß gönne ich

Mir. Hinter mir beschleunigt das Auto und ich weiß, dass es gleich soweit

Sein wird. Wir fahren in die nächste Kurvenabfolge. Ich kann noch sehen, wie

Ein blauer Schweif durch den Regen an mir vorbei zieht. Mein Blick geht in

Kopfhöhe zu Sebastian und ich lächle, auch wenn er mich unmöglich sehen kann.

Dann ist es auch schon vorbei und der Bolide verschwindet vor mir in der

Regengischt.

Nun schau aber, dass du nach Vorne kommst, mein Lieber, denke

Ich. Und wehe du enttäuschst mich!

Mit einem Dauerlächeln fahre ich weiter durch den Regen und

Schaue in Richtung Sebastian.

Der junge Sebastian.

Seb.

Was er in den letzten Jahren alles erreicht hat…

Unfassbar.

Ein würdiger Meister.

Wer braucht mich dann noch, wenn er hier ist?

Ich spüre, wie alle Schwere von mir abfällt und ich einfach nur

Dahintreibe. Wie auf einer Welle.

Leicht.

Ohne Last.

Die letzten Runden verbringe ich wie in einer Seifenblase,

ich nehme nichts außer dem Auto wahr.

„Safety-Car. Accident“.

Die Blase platzt und ich bin wieder im Renngeschehen.

Vor mir sehe ich wieder Sebastian, hinter dem ich nun herfahre.

Nur noch ein paar Meter.

Reicht ihm das zum Sieg?

Ich hoffe es.

Nur noch wenige Sekunden.

Dann sehen wir die Zielflagge.

Was werde ich verspüren?

Da, die Linie.

Ein silberner Wagen überquert sie als erstes.

Leider ist es nicht meiner.

Ich muss lächeln.

Dann ist es soweit, ich fahre über das Finish und

Weiß, dass es vorbei ist.

In mir ist ein kein Gefühl, es ist nichts Begreifbares.

Ich merke, wie neben mir ein Auto, dass nicht aufs

Siegerträppchen gefahren ist, langsamer wird.

Es ist der Red Bull von Sebastian.

Ich schaue genauer hin.

Seb hat die Hände vom Steuer genommen und hält sie an den

Kopf. Immer wieder schüttelt er den Kopf.

Diese Szene hat nichts von Traurigkeit.

Er hat gewonnen.

Er hat es wirklich geschafft.

Als mir das klar wird, nehme auch ich meine Hände vom Lenkrad und

Klatsche.

Super, Seb, einsame Klasse, denke ich.

Wir fahren unsere Wagen zurück und ehe ich aussteigen kann sehe ich

Meinen Freund bereits auf seinem Boliden, wie er jubelt und schreit.

Ich lache vor mich hin.

Du hast es wirklich verdient, Kleiner.

Ich schäle mich aus meinem Sitz, das letze Mal, und mache mich

Auf den Weg. Nicht zurück in die Box, nicht zu meinem Ingenieur,

nicht zur Pressekonferenz. Ich gehe einfach nur auf Seb zu.

Als dieser mich bemerkt unterbricht er seinen Freudentanz und wendet sich mir zu.

Ich kann sogar durch den Helm seine Freude und seine Dankbarkeit spüren.

Im nächsten Moment liegen wir uns beide in den Armen und ich klopfe ihm auf

Den Rücken.

„Herzlichen Glückwunsch, du hast das super gemacht!“, sage ich und meine

Es auch so. Die Tage der Lügen sind für immer vorbei.

Der Helm vor mir nickt und ich weiß, dass er Danke sagt.

Und dann wird er von seiner Crew umrundet und entfernt sich von mir.

Lachend sehe ich den Siegestrunkenen zu.

Der dritte Titel.

Ein Tag, an den auch ich mich immer erinnern werde.

Mittlerweile ist Sebastian auf einer kleinen Tribüne angekommen und

Steht Modell für die vielen Fotografen.

Aber eines stört mich.

Ich renne auf ihn zu und als er mich wieder sieht,

umarmen wir uns erneut.

„Hey, tu mal deinen Helm runter! Das macht sich besser!“,

schmunzel ich ihm zu und er tut es.

Endlich sehe ich sein freudentrunkenes Gesicht, in das sich auch Tränen

Gemischt haben. „Danke, Michael!  Das du mich so leicht vorgelassen hast. Wirklich, Danke!“.

Ich schüttele nur den Kopf. „Warum auch nicht? Du warst viel schneller als ich und hättest

Mich eh überholt. Also herzlichen Glückwunsch, Kleiner!“. Ich verwuschel ihm die Haare, klopfe ihm auf den Rücken uns strahle ihn an. Seb lacht einfach nur und verschwindet wieder im Fotografengwimmel.

Ich mache mich auf den Weg in meine Box, immer noch lächelnd.

Doch dann drehe ich mich noch einmal um.

Ich sehe Seb wieder in Siegerposen.

Tschüss, mein Freund.

Mach mir keine Schande, hört du?, denke ich.

Und gehe wieder.

Dieses Mal endgültig.

 

 isabel

 

 

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
A
Klingt irgendwie superstolz und doch so eine Spur traurig!<br /> Gefällt mir!
Antworten
M
<br /> <br /> 100 Punkte an dich.<br /> <br /> <br /> :)<br /> <br /> <br /> <br />
C
Wie kann einem nur so viel einfallen ?<br /> Du hast echt Fantasie, aber echt gute ;D
Antworten
M
<br /> <br /> Ha, ha ^^<br /> <br /> <br /> Wie sagte einst Einstein?<br /> <br /> <br /> "Fantasie ist besser als Wissen, denn Wissen ist begrenzt"<br /> <br /> <br /> Im Ernst, so viel habe ich aber eig nicht erfunden, weil einige Sachen<br /> <br /> <br /> vom Rennen übernommen wurden. Nur die Gedanken und so habe ich ja<br /> <br /> <br /> erfunden :)<br /> <br /> <br /> <br />